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SCHON IM JAHRE 1696
entschied sich der Graf, in der Herrschaft Gradlitz ein Hospital für uralte Veteranen aus der Umgebung errichten zu lassen. Zunächst wurden die Gebäude des Kurortes am linken Elbeufer gebaut, für das Gebäude des Hospitals wurde die Anhöhe am rechten Elbeufer bestimmt. Seit dem Jahre 1707 wurde nach den Entwürfen des Architekten Giovanni Battista Alliprandi die Kirche der Dreifaltigkeit gebaut. Der konkrete Bau wurde von anderen Italienern, u. a. Pietro Netola realisiert. 1710 wurde die Stirnwand der Kirche beendet, die erst 20. August 1717 geweiht wurde. Beinahe gleichzeitig mit der Kirche, deren Gruft wie eine Grafengruft diente, wurde weitere Gebäude neben der Kirche gebaut – Hospital und Flügel für die Pfleger um die Zöglinge (nach 1708). Zugleich wurde der Hospitalgarten errichtet. Hinter dem Garten befindet sich ein Friedhof mit der Kapelle.
HÖHEPUNKT DER BAROCKBILDHAUEREI.
Die ersten Barockstatuen stammen von Holländer Bartholomeo Jacob Zwengs. Bis heute sind einige Allegorien der Kunst, Handwerke, Naturkräfte und Jahreszeiten im Garten zu sehen. Johann Friedrich Kohl Severa sollte die spielende Statue Polyfemos schaffen. (ursprünglich auf dem Kurbrunnen stehend).
DIE TATSÄCHLICHE MEISTERSCHAFT
in der Barockbildhauerei erscheint in Kuks im Jahre 1712 mit der Persönlichkeit des österreichischen Bildhauers Matthias Bernhard Braun (1684-1738). Im Alter von 28 Jahren, nach derzeitigem Maßstab schon ein reifer Meister, fang er an hier acht Statuen sog. Seligkeiten zu schaffen, die die Hospitalterasse verzieren. Dazu kamen gegen 1715 zwei Todesengel (Engel des traurigen und glückseligen Todes) und eine mächtige Statue, die die Allegorie Religion darstellt, in der Mitte der Terrasse. Brauns Werkstatt lieferte 40 Zwergstatuen für Rennplatz und Statuen David und Goliat (ursprünglich Herrkommanus genannt). Sporcks Herrschaft wurde zum Ort, wo weitere Naturgestaltungen zustande kamen. Die bedeutendste Realisierung stellt bis heute sog. „Bethlem von Braun“ dar.
DER HÖHEPUNKT DER BRAUNS TÄTIGKEIT
in Kuks sind die allegorischen Reihen der Tugenden und Laster, zusammen 24 Statuen, die in sehr kurzer Zeit (1717-1720) geschaffen wurden. Sie wurden vor der Frontfassade des Hospitals aufgestellt. Diese prunktvolle Sammlung, einst farbig, betonte Scharfsinnigkeit des Gründers F. A. Sporck. Die Statuen sollten den Zöglingen des Hospitals und den Gästen des Bades einen Zwiespalt zwischen dem Guten und Bösen, wie das Barockmoral hervorhebt. Es handelt sich allgemein um eine der bekanntesten Sammlung der böhmischen Barockplastik, großartig gelöst, dynamisch, einwandfrei in Form und Thematik.
DAS HOSPITALGEBÄUDE
MIT DEM TOD DES GRAFEN VON SPORCK(c) 2011, Hospital Kuks











