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špitální chodbyANNA KATHARINA, 
Tochter von Grafen Sporck, erbte den ganzen Grundbesitz (ihre ältere Schwester war schon tod) und die stiftsbriefliche Bestimmung, nach der das Leben im Hospital geleitet werden sollte. Nach dieser Stiftung sollten im Hospital ein hundert armen und alten Männer aus der hiesigen Herrschaft Gradlitz leben. Es waren Kriegsveteranen, weil der Gründer der Sporcks Familie Johann Sporck ein Soldat - vielmehr ein Held aus den Gefechten gegen Türken war. Wie Franz Anton Sporck sagte, „weil manche dieser Greise, die als Soldaten dienten, in den jungen Jahren unterordentlich lebten und an ihr ewiges Seelenheil nicht dachten“, wurden deren erforderlichen Erlösung und sorgenfreien Alter in die Pflege der Barmherzigen Brüder anvertraut. 
 
granátové jablkoDIE BARMHERZIGEN BRÜDER
vom heiligen Johannes von Gott (Ordo Hospitalarius Sancti Ioannis de Deo) sind ein katolischer Krankenpflegeorden, als dessen Ordensvater der heilige Johannes von Gott gilt. Er gründete diesen Orden als Juan Ciudad (später heilig gesprochen) in Granada im Jahre 1537. Die Barmherzigen Brüder haben es sich zur Aufgabe gemacht, kranke, behinderte (geistig und körperlich), alte und Not leidende Menschen zu betreuen. Ohne Ansehen der Herkunft, Nation, Religion, des Geschlechtes und des sozialen Standes wollen die Barmherzigen Brüder auf der Basis der christlichen Nächstenliebe allen Menschen Hilfe gewähren. Juan begann als der erste Betreuer Körper und Geist des Menschen im Zusammenhang wahrzunehmen, nach dem Ordensmotto Per corpus ad animam (Duch dem Körper zur Seele). Sein erstes Hospital in Granada wird bald zu klein. Den Mitbürgern wird auch rasch klar, dass es sich um ein Projekt mit neuer Qualität handelt. Neu ist das Unterbringungssystem in seinem Hospital, denn er trennt die Patienten nicht nur nach dem Geschlecht, sondern auch nach den Krankheitsarten. Revolutionär ist, dass jeder Patient sein eigenes Bett erhält und Johannes als Erster mit einer schriftlichen Dokumentation des Behandlungs- und Pflegepro­zesses beginnt! Nach Böhmen kamen die Mönche des Ordens als Pfleger in der Schlacht am Weißen Berg, errichteten die erste tschechische Anlage für wahnsinnige Priester oder machte den ersten Eingriff in Narkose 1847 in Prag. Bis heute sind sie in Tschechien in Südmähren tätig. Das Zeichen des Ordens ist der Granatapfel – ein Symbol göttlicher und menschlicher Liebe, aber auch der Unsterblichkeit. Der geöffnete Granatapfel, aus dem die wohlschme­ckenden Fruchtkerne quellen, ist ein Teil des Wappens der Stadt Granada, der Herkunftsort des Ordens. Die Vielzahl der wohlschmeckenden Fruchtkerne des aufbrechenden Granatapfels symbolisiert die Fülle der Barmherzigkeit. Im Wappen des Ordens der Barmherzigen Brüder, mit dem Kreuz verbunden, ist der Granatapfel auch ein Zeichen der Offenheit gegenüber allen kranken und Hilfe suchenden Menschen und der Kreuz ein Symbol der Auferstehung.

milosrdný bratrDER ERSTE PRIOR 
der Barmherzigen Brüder Narcis Schön traf in Kuks 1743 ein und nahm den Betrieb im Hospital auf. Er ließ auch Apotheke in demselben Jahr hier errichten. Sie wurde „Zum Granatapfel“ gennant. Sie diente ursprünglich den Patienten des Hospitals, aber später konnten auch Menschen aus der Umgebung diese Apotheke besuchen. Sie mussten aber für Medikamente bezahlen. In den Regalen dieser zweitältesten Apotheke in Mitteleuropa befinden sich bis heute viele schöne Standgefäße, wo verschiedene Arzneimittel oder nur Pulver aufbewahrt wurden. Allmählich entstand ein Krankensaal im Gebäude, wo neben den Zöglingen auch die Männer aus den Dörfern in der Nähe operiert wurden. (Diese Patienten wurden vor allem von der Mistgabel gestochen). Hinter dem Hospitalgebäude befindet sich ein großer Garten, wo früher Obstbäume und Heilkräuter gezüchtet wurden. Die Mönche stellten einen schmackhaften Kräuterlikör her, beleuchteten die ewigen Wahrheiten den kuksischen Bewohnern, ab und an verführten Mädchen aus dem Dorf und schrittweise schmälerten das Hospitalvermögen, bis ihnen die Verwaltung der Stiftung und des Besitzes von den staatlichen Behörden 1824 abgenommen wurde. 

špitálníkDIE ZÖGLINGE, 
auch Pfründner genannt (Personen, die eine Leistung von der Pfründe in Anspruch nehmen; die Pfründe bezeichnet ursprünglich eine Schenkung, dann das Einkommen aus einem weltlichen oder kirchlichen Amt, im Besonderen die durch eine natürliche oder juristische Person gewährte Nahrung, Verköstigung oder Unterhaltszahlung) wohnten in den geräumigen Zimmern im Anzahl von zehn Männern im westlichen Flügel des Hospitalgebäude. Sie machten nur leichtere Arbeiten, sie durften sich nicht streiten und keine Schankstuben besuchen, sie sollten ihre Sachen in Ordnung behalten und vor allem täglich Gottesdienste besuchen, bei denen sie für den Grafen Sporck, seine Familie und die ganze Wohltat beteten. Das Leben der Zöglinge in diesem Jammertal endete in den Schatten der großen Linden auf dem kuksischen Friedhof.


Ilona Sweerts-Šporková, matka posledních potomků Šporkova rodu, která zemřela v Kuksu roku 1946.DIE VERWALTUNG DES HOSPITALS

stand unter Aufsicht der ältesten Nachkommen des Grafen Sporck. Diese Nachkommen leiteten sog. „Die Hospitalstiftung von Franz Anton Sporck“. Sie bewirtschaftete die Ertäge der Herrschaft Gradlitz. Der letzte Leiter dieser Stiftung war die Gräfin Katharina Sweerts-Sporck. Sie beging Selbstmord am 28. 4. 1945. Sie hatte Angst von den sowjetischen Soldaten und warf sich unter den Zug hinter dem Friedhof. Nach dem Tod deren kinderlosen Bruder Hubert (ges. 1953) stirbt das Geschlecht der berühmten kuksischen Herrn aus. Die Hospitalstiftung wurde definitiv von den komunistischen Behörden in den 50er Jahren aufgehoben. 
 

(c) 2011, Hospital Kuks